Mandy Köppe - Bestatterin in Magdeburg
Mandy Köppe ist Inhaberin der Bestattungs-Agentur Magdeburg. Sie gründete das Bestattungsinstitut im Jahr 2021 und betreibt heute zwei Standorte in Magdeburg — in Sudenburg (Fichtestraße 38) und in Cracau (Simonstraße 19). Zusammen mit einem kleinen, eingespielten Team begleitet sie Angehörige und Hinterbliebene persönlich durch den Trauerfall: vom ersten Anruf bis zur Beisetzung. Die Bestattungs-Agentur ist Mitglied der Bestatterinnung Sachsen-Anhalt und eingetragen bei der Handwerkskammer Magdeburg.
Im folgenden Interview spricht Mandy Köppe über ihren Berufsalltag, über Transparenz beim Thema Kosten und darüber, was es bedeutet, Menschen in der schlimmsten Zeit ihres Lebens beizustehen.
Über die Arbeit als Bestatterin: Fragen an Mandy Köppe
Frau Köppe, wie sind Sie zur Bestatterin geworden?
Durch eine persönliche Erfahrung. Ich habe selbst erlebt, wie es sich anfühlt, wenn man in einem Trauerfall allein gelassen wird. Dieser Moment hat mich geprägt. Seitdem ist es mein Anspruch, genau das anders zu machen: wirklich da zu sein, zuzuhören, zu begleiten. Das klingt vielleicht einfach, aber es ist der Kern von allem, was wir tun.
Sie haben 2021 die Bestattungs-Agentur Magdeburg gegründet. Was war Ihnen dabei wichtig?
Dass Familien wissen, worauf sie sich einlassen. Kosten, Leistungen, Abläufe. Viele Menschen kommen mit großer Unsicherheit zu uns, weil sie noch nie mit einer Bestattung zu tun hatten. Diese Unsicherheit wollte ich von Anfang an auflösen. Deshalb haben wir uns für transparente Festpreise entschieden: ein Preis, alle Leistungen, keine Überraschungen am Ende. Was eine Bestattung in Magdeburg kostet steht offen auf unserer Website. Das war eine bewusste Entscheidung und ich stehe noch heute dahinter.
Inzwischen haben Sie zwei Standorte und ein kleines Team. Wie hat sich das entwickelt?
Organisch. Ich wollte nicht zu schnell wachsen, weil die persönliche Begleitung für mich nicht verhandelbar ist. Jede Familie, die zu uns kommt, soll das Gefühl haben, dass sie wichtig ist. Das ist nur möglich, wenn das Team wirklich hinter dieser Haltung steht. Wir sind klein und das ist Absicht. Der zweite Standort in Cracau war ein wichtiger Schritt, weil wir damit für alle Stadtteile Magdeburgs wirklich nah sind und dort auch einen eigenen Trauerraum anbieten.
Als Frau in einer Branche, die lange von Männern geprägt war: Hat das eine Rolle gespielt?
Am Anfang schon, ja. Heute erlebe ich vor allem, dass viele Angehörige erleichtert sind, wenn eine Frau das Gespräch führt. Das ist keine Frage des Könnens, das ist Vertrauen. Und Vertrauen ist in diesem Beruf das Wichtigste überhaupt.
Was fragen Angehörige, wenn sie das erste Mal bei Ihnen anrufen?
Fast immer das Gleiche: Was müssen wir jetzt tun, und was kostet das? Beide Fragen kommen gleichzeitig, weil ein Trauerfall beides erfordert: trauern und funktionieren. Wir beantworten beide Fragen sofort und ausführlich. Was viele überrascht: Wir kümmern uns wirklich um alles. Sterbeurkunden, Abmeldungen bei Behörden und Krankenkassen, Beantragung der Witwenrente, Organisation der Beisetzung — das alles ist in unserem Festpreis enthalten. Viele Angehörige wissen das nicht und sind sehr erleichtert, wenn sie es hören.
Können Sie sich an jeden Sterbefall erinnern?
Ja. Jeder hinterlässt etwas. Die Umstände sind immer verschieden: manchmal ein hohes Alter nach einem langen Leben, manchmal ein viel zu früher Tod. Manchmal eine große Familie, manchmal jemand ganz allein. Zu manchen Hinterbliebenen habe ich noch Monate nach der Beisetzung Kontakt. Das entsteht ganz natürlich, wenn man gemeinsam durch so einen Moment gegangen ist.
Wie verändert sich die Nachfrage nach Bestattungsformen?
Deutlich. Die Urnenbeisetzung ist heute die Regel, nicht die Ausnahme. Rund 94 Prozent aller Beisetzungen in Magdeburg sind Urnenbeisetzungen, das zeigen die Zahlen der städtischen Friedhofsverwaltung. Gleichzeitig fragen immer mehr Menschen nach naturnahen Formen: Waldbestattungen im Ruheforst Harbke oder Friedwald Schönebeck, Seebestattungen in der Ostsee bei Warnemünde, Baumbestattungen. Menschen wollen einen Abschied, der zu ihnen passt. Das respektieren wir sehr.
Welche Rolle spielt die Vorsorge?
Eine wachsende. Viele Menschen wollen ihre Angehörigen nicht mit Entscheidungen und Kosten belasten. Bestattungsvorsorge bedeutet: Ich treffe die Entscheidungen selbst, zu meinen Bedingungen, zum heutigen Preis. Das ist ein Geschenk an die Familie. Nach einem Vorsorge-Gespräch sind Menschen oft spürbar ruhiger. Nicht weil der Tod damit leichter wird, sondern weil eine Sorge weniger da ist.
Was macht einen guten Bestatter aus?
Zuhören. Nicht erklären, nicht abarbeiten. Jede Familie ist anders. Manche wollen klare Informationen und dann Ruhe. Andere wollen reden. Beides ist richtig. Meine Aufgabe ist es zu spüren, was jemand gerade braucht, und genau das zu geben. Fachliches Können ist selbstverständlich. Die Haltung dahinter macht den Unterschied.
Wie gehen Sie mit den emotionalen Anforderungen um?
Ehrlich gesagt war das am Anfang schwerer als heute. Es gibt Fälle, da kämpfe ich mit den Tränen. Das ist menschlich und ich verstecke das nicht. Gleichzeitig brauche ich innere Stabilität, um wirklich gut für die Familien da zu sein. Ich nutze Supervision, tausche mich mit dem Team aus und nehme mir bewusst Auszeiten. Das ist keine Schwäche, das ist notwendig.
Was würden Sie jemandem raten, der Bestatter werden möchte?
Erst einmal reinschauen. Ein Praktikum machen, wirklich erleben was dieser Beruf bedeutet. Er ist sinnvoll und erfüllend, aber er stellt hohe Anforderungen: Empathie, Belastbarkeit, Organisationstalent und die Bereitschaft, rund um die Uhr erreichbar zu sein. Wer das mitbringt und wirklich helfen will, findet in diesem Beruf etwas sehr Sinnvolles. Wer sich für eine Karriere als Bestatter interessiert, kann sich gern direkt bei uns melden.
Wie wichtig ist es, offen über den Tod zu sprechen?
Sehr wichtig. Wir meiden dieses Thema gesellschaftlich viel zu sehr. Dabei hilft das Sprechen darüber, es baut Ängste ab und ermöglicht bewusste Entscheidungen. Ich ermutige jeden, sich schon zu Lebzeiten damit zu beschäftigen. Nicht weil es morbide ist, sondern weil es fürsorglich ist, den Menschen die man liebt diese Last zu nehmen.
Was unterscheidet die Bestattungs-Agentur von anderen Bestattern in Magdeburg?
Wir sind persönlich. Ich begleite die Familien selbst, zusammen mit unserem Team, das diese Haltung teilt. Wir sind transparent bei den Kosten, ohne Wenn und Aber. Und wir sind für ganz Magdeburg da, mit zwei Standorten in Sudenburg und Cracau kommen wir schnell zu Ihnen, egal in welchem Stadtteil Sie wohnen. Wir sind 24 Stunden erreichbar, auch nachts und am Wochenende. Das klingt unspektakulär, aber genau das ist es, was Familien in einem Trauerfall brauchen: jemanden, dem sie vertrauen können, der da ist und der klar sagt, was er tut und was es kostet.
Mandy Köppe ist Inhaberin der Bestattungs-Agentur Magdeburg. Mitglied der Bestatterinnung Sachsen-Anhalt. Eingetragen bei der Handwerkskammer Magdeburg. Fichtestraße 38, Magdeburg-Sudenburg und Simonstraße 19, Magdeburg-Cracau. Rund um die Uhr erreichbar: 0171 – 209 33 20
