Westfriedhof in Magdeburg
Informationen und Wissenswertes für Besucher und Hinterbliebene. Zusammengestellt von Bestatterin Mandy Köppe aus Magdeburg.
Informationen für Besucher
Der Westfriedhof Magdeburg liegt im Stadtteil Stadtfeld West und gehört zu den zentralen Friedhofsanlagen der Landeshauptstadt. Der Haupteingang befindet sich an der Großen Diesdorfer Straße, nahe der Seehäuser Straße. Weitere Zugänge sind rund um das Gelände verteilt und ermöglichen je nach Grabfeld kürzere Wege.
Der Westfriedhof ist täglich geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten richten sich nach der Jahreszeit. In den Sommermonaten ist der Zugang länger möglich als im Winter. Maßgeblich sind die von der Stadt Magdeburg veröffentlichten Zeiten, die vor Ort aushängen und online abrufbar sind.
Träger des Friedhofs ist die Landeshauptstadt Magdeburg. Zuständig für Verwaltung und Organisation ist der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg. Die Friedhofsverwaltung hat ihren Sitz direkt auf dem Gelände. Sie ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um Grabstellen, Nutzungsrechte, Beisetzungstermine, Umbettungen sowie formale Angelegenheiten.
Für den Westfriedhof gelten die Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt Magdeburg. Darin sind die Gebühren für Grabstellen, Nutzungsrechte, Beisetzungen und weitere Leistungen verbindlich geregelt. Die Höhe der Gebühren richtet sich unter anderem nach der gewählten Grabart und der Dauer des Nutzungsrechts. Bestatterleistungen sind nicht Bestandteil der Friedhofsgebühren und werden gesondert berechnet.
Der Westfriedhof ist barrierearm angelegt. Die Hauptwege sind befestigt und auch mit Rollstuhl oder Rollator gut nutzbar. Parkmöglichkeiten befinden sich in der Nähe der Eingänge. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, die Friedhofssatzung zu beachten, insbesondere im Hinblick auf Ruhe, Verhalten und Pflege der Grabstellen.
Lage & Orientierung – Westfriedhof Magdeburg
Adresse: Große Diesdorfer Straße 160, 39110 Magdeburg
Stadtteil: Stadtfeld West, westlich angrenzend an Diesdorf
Haupteingang: Historisches Portal an der Ecke Große Diesdorfer Straße / Seehäuser Straße
Weitere Zugänge: Seiteneingang an der Seehäuser Straße gegenüber der Hausnummer 32. Zusätzlich mehrere kleinere Zugänge rund um das Gelände, abhängig vom Grabfeld.
Die Kapelle liegt auf der zentralen Hauptachse direkt hinter dem Haupteingang. Vom Portal aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.
Orientierung vor Ort: Der Westfriedhof ist mit rund 62 Hektar sehr groß
Wer nicht regelmäßig hier ist, sollte ausreichend Zeit für Wege und Orientierung einplanen.
Anfahrt und Parken
Anfahrt über die Große Diesdorfer Straße oder den Diesdorfer Graseweg
Parkmöglichkeiten befinden sich in der Nähe des Haupteingangs und im Umfeld der Kapelle.
Zusätzliches öffentliches Parken entlang der Großen Diesdorfer Straße möglich
Hinweis: Bei Trauerfeiern kann es zu eingeschränkten Parkmöglichkeiten kommen. Ein frühes Eintreffen ist empfehlenswert.
Straßenbahnhaltestelle „Westfriedhof“ direkt am Haupteingang
Direkte Anbindung aus der Innenstadt
Haltestelle barrierefrei ausgebaut
Kontakt
- Zentrale Friedhofsverwaltung Westfriedhof
Adresse: Große Diesdorfer Straße 160, 39110 Magdeburg - Telefon: Behördennummer 115; weitere direkte Durchwahlnummern: +49 391 7368 425, +49 391 7368 401, +49 391 7368 402; E-Mail: sfm@magdeburg.de
- Sprechzeiten:
Mo: 09:00 – 12:00 & 13:00 – 16:00
Di: 09:00 – 12:00 & 13:00 – 16:00 (und nach Vereinbarung)
Mi: 09:00 – 12:00
Do: 09:00 – 12:00 & 13:00 – 16:00
Fr: 09:00 – 12:00
Die Seele soll nicht sterben, sondern in die Ewigkeit eingehen.“
Mechthild von Magdeburg (1210 – 1297)
Grabarten auf dem Westfriedhof
UGA
Unrnengemeinschafts-Anlage vorhanden
UGG
Unrnengemeinschafts-Anlage mit Namens-Kennzeichnung vorhanden
Naturgrab
Naturgrabfeld vorhanden
GAW
Gemeinschafts-Aschenwahlgrab vorhanden
Kolumbarium
Stele mit Urnenfach nicht vorhanden
Urnenreihengrab
Grabstelle für eine Urne vorhanden
Erdröhre
Modernes Urnensystem nicht vorhanden
Erdgrab
Grabstelle für Sarg vorhanden
Alle wichtigen Informationen zu Beisetzung und Bestattungskosten
Ein Ort, der mit der Stadt lebt
Der Westfriedhof liegt ruhig im Stadtfeld West. Wer durch das Tor an der Großen Diesdorfer Straße geht, lässt den Verkehr zurück. Der Wechsel ist sofort spürbar. Breite Wege, alte Bäume, viel Raum. Für viele Magdeburger gehört dieser Ort zum Alltag. Nicht nur bei Beerdigungen. Auch für einen Spaziergang, eine Pause, einen stillen Besuch.
Größe, die man erst begreift, wenn man drin ist
Mit rund 62 Hektar ist der Westfriedhof der größte Friedhof der Stadt. Seine Dimensionen fallen vor allem denen auf, die ihn zum ersten Mal betreten. Wege ziehen sich. Grabfelder liegen weit auseinander. Wer hier einen Termin hat, plant besser etwas Zeit ein. Gerade an Tagen, an denen ohnehin wenig Ruhe bleibt.
Warum der Westfriedhof entstand
Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Magdeburg rasant. Industrie, neue Wohnviertel, steigende Einwohnerzahlen. Die Stadt brauchte Platz für Bestattungen. 1898 wurde der Westfriedhof eröffnet. Damals lag er am Rand der Stadt. Heute ist er Teil des gewachsenen Stadtgebiets, wirkt aber noch immer offen und großzügig.
Das Portal als Schwelle
Das rote Ziegelportal an der Großen Diesdorfer Straße ist vielen vertraut. Sieben Bögen, schwere Tore. Dahinter öffnet sich die Hauptachse. Wenige Schritte weiter steht die Kapelle. Sie wird bis heute für Trauerfeiern genutzt. Viele Angehörige erinnern sich später weniger an Worte als an diesen Weg. Vom Eingang bis zur Kapelle. Still. Gerade. Ohne Ablenkung.
Grabreihen erzählen Stadtgeschichte
Der Westfriedhof erzählt Geschichte ohne große Erklärungen. Alte Familiengräber aus der Kaiserzeit stehen neben schlichten Steinen der Nachkriegsjahre. Neue Urnenfelder grenzen an historische Anlagen. Dazwischen liegen Mahnorte. Kriegsgräber. Gedenkstätten für Opfer von Gewaltherrschaft. Persönliche Schicksale und große Geschichte liegen hier dicht beieinander. Zu den bekanntesten Gräbern zählen die früheren Oberbürgermeister Hermann Beims und Hermann Otto Reimarus. Auch Reinhard Höppner (SPD), Ministerpräsident Sachsen-Anhalts nach der Wiedervereinigung, fand hier seine letzte Ruhestätte, ebenso der Bürgerrechtler und Politiker Hans-Jochen Tschiche. Darüber hinaus liegen auf dem Westfriedhof bekannte Vertreter aus Kunst, Wissenschaft und Sport, darunter die Puppengestalterin Jutta Balk, der Bildhauer Fritz Maenicke sowie der Schwergewichtsboxer René Monse.
Neue Formen des Abschieds
In den vergangenen Jahren hat sich der Friedhof verändert. Leise, ohne Bruch. Neue Grabformen sind hinzugekommen. Gemeinschaftsanlagen. Pflegeleichte Bereiche. Naturnah gestaltete Felder. Die Stadt reagiert damit auf veränderte Wünsche. Weniger Verpflichtung. Weniger Aufwand. Mehr Ruhe. Für viele Angehörige ist das ein entscheidender Punkt.
Debatten am Rand der Grabfelder
Auch abseits der Beisetzungen bleibt der Westfriedhof in Bewegung. Der Pavillon am Eingang, ein Bau aus der Zeit des Neuen Bauens, stand lange leer. Inzwischen wird wieder über seine Nutzung gesprochen. Ideen reichen von Ausstellungen bis zu einem kleinen Café. Nicht alle sehen das unkritisch. Andere sprechen von einer behutsamen Öffnung. Die Diskussion zeigt, wie sensibel dieser Ort wahrgenommen wird.
Organisation statt Überforderung
Für Angehörige ist der Friedhof vor allem ein Ort, der funktionieren muss. Termine, Grabstellen, Formalitäten. Zuständig ist die städtische Friedhofsverwaltung auf dem Gelände. Dort klären sich Fragen zu Grabarten, Nutzungszeiten oder Umbettungen. Vieles lässt sich dort schneller regeln, als es zunächst wirkt.
Pflege als Teil der Entscheidung
Die Stadt kümmert sich um Wege, Bäume und Anlagen. Die einzelnen Gräber liegen in der Verantwortung der Nutzungsberechtigten. Manche pflegen selbst. Andere vergeben die Pflege. Beides gehört zum Alltag auf dem Westfriedhof und fließt früh in die Entscheidung für eine Grabform ein.
Ein vertrauter Ort für viele
Trotz seiner Größe wirkt der Westfriedhof selten anonym. Wer regelmäßig kommt, erkennt Namen, Wege, Ecken. Viele besuchen denselben Ort über Jahre. An Jahrestagen. An Geburtstagen. Oder zwischendurch. Der Friedhof ist kein abgeschlossener Raum. Er gehört zur Stadt und zu denen, die hier leben.
Mehr als ein Friedhof
Der Westfriedhof ist mehr als ein Ort des Abschieds. Er ist ein Ort der Ordnung, der Ruhe und der Verlässlichkeit. Für Magdeburg ist er ein Stück Geschichte. Für Angehörige oft ein fester Punkt. Still. Beständig. Und genau deshalb von Bedeutung.



Neuigkeiten zum Westfriedhof
In den vergangenen Monaten ist der Westfriedhof in Magdeburg mehrfach in den Fokus der lokalen Berichterstattung gerückt. Dabei geht es nicht nur um Geschichte, sondern um ganz aktuelle Fragen, wie dieser Ort genutzt, gestaltet und wahrgenommen wird.
So sorgte zuletzt die Kritik an der Gedenkstätte für die Opfer des Zugunglücks von Langenweddingen für Diskussionen. Besucher bemängelten auf dem Westfriedhof die fehlende Bepflanzung und die aus ihrer Sicht wenig würdige Gestaltung der Anlage, die an die 94 Todesopfer des Unglücks von 1967 erinnert. Die Debatte zeigt, wie sensibel Erinnerungsorte wahrgenommen werden und wie genau Bürger hinschauen, wenn es um Gedenken geht.
Auch der historische Blumenpavillon am Haupteingang beschäftigt die Öffentlichkeit. Nachdem das denkmalgeschützte Gebäude lange leer stand, berichteten Medien über einen neuen Betreiber für den Blumenpavillon auf dem Westfriedhof. Eine Friedhofsgärtnerei übernimmt den Bau und plant neben dem Blumenverkauf auch einen Ort der Begegnung. Damit verbunden ist die Idee, den Pavillon stärker in das alltägliche Leben auf dem Friedhof einzubinden.
Diese Pläne stießen auf breite Resonanz. Die Volksstimme griff die Diskussion um ein mögliches Café auf und berichtete über positive Reaktionen auf die Café-Pläne im Blumenpavillon. Viele Besucher äußerten Verständnis für das Konzept, andere äußerten Vorbehalte mit Blick auf Pietät und Ruhe. Die Diskussion zeigt, wie sehr der Westfriedhof inzwischen auch als öffentlicher Raum wahrgenommen wird.
Inzwischen ist aus der Idee Realität geworden. Die Eröffnung des Friedhofscafés im Pavillon des Westfriedhofs wurde ebenfalls medial begleitet. Betreiber und Stadt betonten dabei, dass es sich um ein bewusst zurückhaltendes Angebot handelt, das den Charakter des Ortes respektieren soll. Der Westfriedhof ist damit einer der ersten Friedhöfe in Sachsen-Anhalt mit einem solchen Angebot.
Neben diesen aktuellen Entwicklungen wird der Friedhof auch immer wieder als historischer Ort neu entdeckt. Anlässlich eines geführten Rundgangs berichtete die Presse über eine Veranstaltung zum Westfriedhof im Zusammenhang mit der MDR-Dokumentation „Auf Leben und Tod“. Dabei ging es um die Entstehung des Friedhofs, um Bestattungskultur im Wandel und um persönliche Geschichten, die sich hinter Grabreihen und Gedenkorten verbergen.
Zusammengenommen zeigen diese Berichte, dass der Westfriedhof längst kein abgeschlossener Ort mehr ist. Er bleibt Erinnerungsraum, steht aber zugleich im Mittelpunkt aktueller Diskussionen über Nutzung, Gestaltung und den Umgang mit Geschichte.
Wir beraten Sie gern persönlich
Unsere Beratungen sowie das Trauergespräch sind für Sie immer kostenfrei.
So erreichen Sie unser Bestattungsinstitut in Magdeburg
- 0171 - 20 933 20
- Fichtestraße 38
- Simonstraße 19